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Mittwoch, 10. Mai 2023

Die Impfung gegen Contergan ging auch völlig gegen den Baum, aber das interessiert niemanden mehr!

Foto von Brayan Becerra auf Unsplash
Ironischerweise war es gerade der Contergan-Skandal, der zu einer Verschärfung des Arzneimittelgesetztes und der Zulassung von Medikamenten führte. Trotzdem wurde und wird der Contergan-Skandal gerne herangezogen, sobald es um die vermeintliche Gefährlichkeit der Covid-Impfung geht. Nun wissen wir, dass Contergan keine Krankheit war, gegen die geimpft wurde, sondern ein Beruhigungsmittel, welches oral verabreicht wurde - und zwar an schwangere Frauen, was zu gehäuftem Auftreten von Fehlbildungen der Kinder führte. Gleichzeitig ist uns natürlich bekannt, dass wir alle schon seit mehr als zweieinhalb Jahren tot sein müssten, wären tatsächlich alle Verschwörungsmythen rund um die pöhse Impfung wahr geworden, wie von selbst ernannten "Querdenkern" bis heute behauptet wird. Das Schräge an der ganzen Geschichte ist ja, dass sich im Prinzip keiner mehr für das Corona-Thema interessiert - warum auch, es kommt ja in unserem Alltag mittlerweile fast gar nicht mehr vor. Trotzdem gibt es immer noch Leute, die nach wie vor versuchen, die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit wieder auf die Pandemie zu lenken - immer wieder mal wird vehement gefordert, dass sich diese bei ihnen entschuldigen und sie als Helden anerkennen sollte. Und natürlich passt diesen Spaßvögeln die Meldung der WHO nicht, laut derer die Impfung mehr als einer Million Menschen allein in Europa das Leben gerettet hätte.

Nun ist es, wie gesagt, mittlerweile so, dass die meisten von uns schon wieder mit anderen Dingen beschäftigt sind. Und wer nicht gerade unter den Folgen der Inflation stöhnt oder sich aus Protest gegen das fehlende Interesse am Klimawandel auf die Straße klebt, denkt bereits schon wieder an den nächsten Sommerurlaub. Und da mir gerade der Sinn nach etwas Lustigem steht, möchte ich euch heute ein paar Hotels vorstellen, die euch so richtig das Gruseln lehren können.

Wie ich in anderen Artikeln schon erläutert habe (was allerdings natürlich keine neue Erkenntnis ist), sind Burgen und Schlösser natürlich die am besten geeigneten Orte, um verflucht zu sein. Und so kursieren auch um Schloss Dragsholm auf der dänischen Insel Seeland solche Sagen und Legenden. Die ehemalige Adelersborg war einst Sitz der Bischöfe von Roskilde, ehe sie nach der Reformation in den Besitz der dänischen Könige überging. Sie war die stärkste Festung des Landes und während der Grafenfehde 1534 - 1536 die einzige Burg, welche Eroberungsversuchen standhielt. Erst im Krieg gegen Schweden wurde sie von den schwedischen Truppen eingenommen und 1660 gesprengt. Die Ruine ging letztendlich in den Besitz des späteren Amtmanns von Roskilde Frederik Christian von Adeler über, der sie zu dem heute bestehenden barocken Schloss umbauen ließ - einige Elemente der mittelalterlichen Burg blieben allerdings bis heute erhalten. Nach dem Aussterben des Adeler-Geschlechts 1932 fiel Dragsholm an den dänischen Staat und wird seit 1937 als Hotel genutzt.

Aber zu einem anständigen Schloss gehören natürlich auch anständige Geister. Und obgleich die helle Fassade des Schlosses inmitten des weitläufigen Parks freundlich und einladend wirkt, sollen hier drei Gespenster ihr Unwesen treiben - darunter selbstverständlich auch die obligatorische Weiße Frau. Diese soll einst die Tochter des Burgherrn gewesen sein und eine heimliche Liebschaft zu einem jungen Mann bürgerlicher Herkunft gepflegt haben. Als der Vater schließlich davon erfuhr, soll er das Mädchen bei lebendigem Leib einmauern lassen haben, so dass sie qualvoll verhungerte und verdurstete. Seit dem soll sie, wohl auf der Suche nach ihrem Liebsten, als Weiße Frau im Schloss herumgeistern. Anscheinend hat diese tragische Geschichte jedoch wohl einen wahren Kern: In den 1930er Jahren, als moderne sanitäre Anlagen eingebaut wurden, entdeckte man in einer der Mauern ein Skelett, das in ein weißes Kleid gehüllt war. Doch auch der Graf von Bothwell, der 1578 in eine der Gefängniszellen des Schlosses gesperrt worden war, soll immer noch als Geist anwesend sein. Er hatte fünf Jahre in seiner Zelle verbracht, kurz vor seinem Tod soll ihn der Wahnsinn ereilt haben. Seither soll sein Geist jede Nacht mit der Kutsche in den Hof des Schlosses einfahren - so manche Leute wollen den Hufschlag der Pferde und das Rattern des Wagens gehört haben. Im Gegensatz dazu gilt die graue Dame als guter Geist - diese soll einst Dienstmädchen auf dem Schloss gewesen und dort von schrecklichen Zahnschmerzen geheilt worden sein. Aus Dankbarkeit soll sie geschworen haben, regelmäßig auf dem Schloss nach dem Rechten zu sehen - ein Versprechen, das sie offensichtlich auch über den Tod hinaus gehalten hat. Ja, Zahnschmerzen sind was ganz Grässliches - und wäre sie zu meinem Zahnarzt gegangen, wäre ihr einiges erspart geblieben. Leider war der damals noch nicht geboren.

Ein weiterer Ort, der zu Gespenstergeschichten inspiriert, sind die nebeligen Höhen der Genting Highlands in der malayischen Provinz Pahang. Hier blickt man aus den Fenstern eines Hochhauses praktisch ins Nichts, und hier findet man auch zwei legendäre Gruselhotels. Das eine wirkt von außen eigentlich alles andere als gruselig - die beiden 28 Stock hohen Türme fallen durch ihre fröhlich-bunten Fassaden auf. Das First World Hotel hält momentan den Weltrekord für die meisten Zimmer, das unter dem Hotel befindliche Einkaufszentrum First World Plaza kann unter anderem mit Läden, Restaurants, einem Kino, einer Bowlingbahn und einem Odditorium aufwarten, gleich nebenan gibt es ein Casino. Und doch kursieren Gerüchte über Geistererscheinungen im und rund um das Hotelgebäude - so soll es im 21. Stock spuken, weshalb der Fahrstuhl des Hotels diesen regelmäßig zu überspringen scheint. Man erzählt sich, dass Klienten, die ihr gesamtes Geld im Casino verloren haben, sich aus einem der Fenster des Hotels gestürzt haben sollen, und so manche Gäste, die in bestimmten Zimmern übernachtet haben, behaupteten, sich krank zu fühlen - bis sie das Zimmer verließen.

Im Gegensatz zu diesem Etablissement wirkt das Amber Court bereits von außen wie der Schauplatz eines Horrorfilms - und tatsächlich war es das auch, denn 2017 wurde hier der chinesische Horrorfilm Haunted Hotel gedreht. Die beiden von Rotalgen bedeckten Türme wirken von außen komplett verlassen - trotzdem kann man hier ganz normal Zimmer buchen. Der 92 m hohe Komplex entstand zur Zeit des Kreditbooms in den 1990er Jahren als Tagungs- und Erholungszentrum von Unternehmen, sollte aber auch Familienurlauben offen stehen. Durch die Asienkrise der späten Neunziger konnten einige der Eigentümer jedoch nicht mehr für Service und Instandhaltung aufkommen - das feucht-tropische Klima tat sein übriges, und allmählich nahmen die beiden Türme zunehmend ein verwahrlostes Aussehen an. Im Jahr 2012 wurden die Fassaden renoviert, dies verbesserte die Lage jedoch nur kurzzeitig. Trotzdem wurde 2020 ein weiterer Versuch gestartet - ob dieser schon erste Erfolge verzeichnet hat, konnte ich allerdings noch nicht herausfinden. Die Zimmer auf der Buchungs-Website sehen zwar ganz ordentlich aus, aber das war in dem Galileo-Beitrag von 2020, der mich auf dieses Hotel aufmerksam gemacht hat, ebenfalls der Fall - die Bewertungen kann man jedenfalls eher als durchwachsen bezeichnen. Viele der Apartments sind außerdem an Gastarbeiter vermietet, die in der Gegend auf dem Bau arbeiten. Und im Internet kursieren Geschichten über Gespenster im Hotel, einem Mann ohne Gesicht, Kinderstimmen und Wolfsgeheul in den leeren Gängen und ein abgesperrtes Zimmer im 13. Stock, das verflucht sein soll.

Als Inspiration für einen Film diente auch das Stanley Hotel im Städtchen Estes Park, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rocky Mountain National Park befindet und dessen Altstadt mit authentischem Wildwest-Feeling lockt. Das 1909 im gregorianischen Stil erbaute Hotel wirkt von außen nahezu idyllisch und gar nicht so, wie man sich ein verfluchtes Hotel vorstellt, doch im Jahr 1973 war dort ganz zufällig ein junger Schriftsteller zu Gast, der sich von diesem Aufenthalt zu einem seiner berühmtesten Romane inspirieren ließ. Stephen King war damals Gastprofessor für kreatives Schreiben an der University of Colorado in Boulder; an einem Abend Ende Oktober, als er mit dem Auto unterwegs war, legte er einen unfreiwilligen Zwischenstopp in Estes Park ein, da die starken Schneefälle das Befahren des Highways unmöglich machten. So fuhr er den Serpentinenweg hinauf zu dem damals ziemlich heruntergekommenen Berghotel und bat um ein Zimmer für die Nacht. Wegen der fehlenden Heizung blieb das Hotel vor 1982 den Winter über geschlossen, so dass King der letzte Gast der Saison war. Schon die Fahrt zu dem Gebäude, aber auch das, was er in Zimmer 217 erlebte - worüber er übrigens bis heute nicht spricht -, inspirierten ihn zu seinem 1977 erschienenen Roman The Shining.

Das Stanley Hotel stand hier natürlich Pate für das Overlook Hotel, den Schauplatz des Romans - auch hier verbirgt das Zimmer 217 ein unbekanntes Grauen: Schon zu Beginn der Geschichte wird der kleine Danny davor gewarnt, es zu betreten, und als er es trotzdem tut, wird er vom Geist einer Frau, die sich dort suizidiert hat, beinahe erwürgt. Die Geschichte handelt von einer Familie, die den Winter in der Abgeschiedenheit des eingeschneiten Hotels verbringen soll - Jack Torrace will hier seine Alkoholprobleme in den Griff bekommen und seine Ehe retten, doch im Laufe der Geschichte ergreift es immer mehr Besitz von ihm. Jack wir zunehmend manischer und aggressiver und schließlich zu einer tödlichen Gefahr für seine Familie - besonders für seinen fünfjährigen Sohn. Der Roman wurde 1980 von Stanley Kubrick verfilmt, mit Jack Nicholson, Shelley Duvall und Danny Lloyd in den Hauptrollen. Doch obgleich ich persönlich diesen Film nach wie vor für eine der besten King-Verfilmungen überhaupt halte, war der Autor selbst damit überhaupt nicht zufrieden, da Kubrick sich seiner Meinung nach zu wenig an die Romanvorlage hielt, und ließ diese daher 1997 noch einmal unter der Regie von Mick Garris als TV-Zweiteiler verfilmen. Viele Szenen der Neuverfilmung, vor allem die Außenaufnahmen, wurden tatsächlich im Stanley Hotel gedreht - die Qualität der neuen Version kam an Kubricks Werk jedoch nicht heran.

Das echte Zimmer 217 ist seit Errichtung des Hotels die beste Suite im Haus und das ganze Jahr über ausgebucht. Seit Veröffentlichung von The Shining zieht es Horrorfans aus aller Welt hierher, gruselige Geschichten inklusive - so behauptete ein Gast, dass mitten in er Nacht von einer unsichtbaren Person das Bett neu bezogen worden sei, während er darin lag. Ein älteres Ehepaar wollte eine Frau gesehen haben, die quer durchs Zimmer gerannt und dann im Abfluss der Badewanne verschwunden sein soll. Im Jahr 1994 übernachtete Jim Carrey im Rahmen der Dreharbeiten zu Dumm und Dümmer in dem Zimmer - eines Nachts stürmte er halb bekleidet hinunter zur Rezeption und verlangte sofort ein anderes Zimmer, doch wie King, so hat auch er nie verraten, was ihm in 217 widerfahren ist. Doch nicht nur in diesem Raum, auch in anderen Teilen des Hauses soll es spuken - besonders im historischen Ballsaal, wo Gäste und Küchenpersonal regelmäßig Musik, Gelächter und das Klirren von Gläsern gehört haben wollen, obwohl niemand mehr darin war. Ein anderer Geist soll ständig irgendwelche Wertgegenstände klauen, die allerdings Monate später im Hotel wieder auftauchen - und auf einem der Hotelkanäle läuft Shining in der Version von Kubrick in Endlosschleife.

Weiter südlich, genauer gesagt in San Diego im Süden Kaliforniens, liegt ein weiteres Luxushotel, das manchen von uns durch den einen oder anderen Film bekannt sein dürfte: Das Hotel del Coronado, eines der wenigen typischen Strandhotels im viktorianischen Stil, das in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb, und außerdem das älteste und höchste Holzgebäude Kaliforniens. 1888 von James Reid erbaut, steht es unter Denkmalschutz und wurde 1977 als National Historic Landmark anerkannt. Zur Zeit seiner Fertigstellung war es das größte Urlaubshotel der Welt und das erste, welches bereits beim Bau mit elektrischem Licht ausgestattet wurde - die Installation soll sogar noch von Thomas Edison persönlich begutachtet worden sein. Neben zahlreichen US-Präsidenten von Benjamin Harrison bis Barack Obama war es auch gut besucht von Hollywood-Größen der Stummfilmzeit, darunter Charlie Chaplin, Rudolph Valentino und Tom Mix; außerdem wird behauptet, dass Edward VIII., damals noch Prince of Wales, sich hier zum ersten Mal mit Wallis Simpson getroffen haben soll. Außerdem wurden hier einige Filme gedreht - ich kenne es beispielsweise aus einem meiner Lieblingsfilme, Billy Wilders Komödienklassiker Some Like It Hot (dt. Manche mögen's heiß) von 1959 mit Tony Curtis, Jack Lemmon und Marilyn Monroe, auch wenn es dort Seminole Ritz heißt und sich in Miami befindet -, aber es war auch Schauplatz von Richard Rushs Action-Komödie The stunt Man (dt. Der lange Tod des Stuntman Cameron) mit Peter O'Toole und Steve Railsback und ist auch in einigen anderen Filmen zu sehen, etwa in Rod Daniels K-9 (dt. Mein Partner mit der kalten Schnauze) von 1989 mit James Belushi.

Der Grund, warum es auf dieser Liste gelandet ist, ist jedoch vor allem die rätselhafte Geschichte jener jungen Frau, die an einem Novembermorgen im Jahre 1892 tot auf der Treppe zum Strand gefunden wurde. Sie hatte eine Kugel im Kopf, aber keine Papiere bei sich, der Legende nach checkte sie an Thanksgiving allein und ohne Gepäck im Hotel ein - eine hübsche Mittzwanzigerin, welche sich als Lottie A. Bernard aus Detroit ausgab. In alten Zeitungsartikeln werden Gäste zitiert, welche behaupteten, sie sei verwirrt auf dem Gelände herumgeirrt, doch auch nach ihrem Tod tauchte keiner auf, der sie identifizieren konnte oder ihrer Beerdigung beiwohnte. Der Gerichtsmediziner diagnostizierte Suizid, die Polizei war auf der Suche nach ihrer wahren Identität. Heute glauben viele, es könnte sich bei ihr um Kate Morgan gehandelt haben, eine verheiratete 24jährige aus Iowa, welche zuletzt als Hausmädchen in Los Angeles gearbeitet hatte - auch wenn es Zweifel gibt, dass es sich bei der unbekannten Toten tatsächlich um diese Kate Morgan gehandelt haben soll. Aber natürlich war dadurch die Phantasie der Leute angeregt, und so werden bis heute wilde Geschichten um diesen Todesfall gesponnen - immerhin war es damals noch sehr ungewöhnlich, dass eine Frau allein verreist. Die Geliebte eines Seefahrers oder des Hotelmanagers soll sie gewesen sein; sie habe an einer unheilbaren Krankheit gelitten oder sei sogar schwanger gewesen; sie sei von ihrem Ehemann ermordet worden oder von der Frau ihres Geliebten. Geschichten gibt es genug - welche wahr ist, werden wir aber wohl nie erfahren.

Als wäre das nicht genug, wird jedoch heute noch behauptet, die Frau geistere in dem riesigen Hotelgebäude herum. Einige verlangen, in jenem Zimmer zu residieren, das sie damals bewohnte und das zu der Zeit die Nummer 304 trug - allerdings hat es jetzt eine andere Nummer, die geheim gehalten wird, damit nicht ständig irgendwelche Geistersucher dort herumgeistern (originelles Wortspiel, nicht wahr?). Doch auch an anderen Orten im Hotel soll es spuken - Leute berichten von Klopfgeräuschen, Stimmen, umfallenden Gegenständen, umherhuschenden Schatten. Manchmal sollen sich auch die schweren Kronleuchter bewegen oder das Licht flackern. Für viele dieser "Phänomene" scheint es jedoch eine langweilig logische Erklärung zu geben - das Hotel ist nämlich voll mit Geheimtüren und Geheimgängen, auch, um prominente Gäste und Würdenträger fernab neugieriger blicke in ihre Zimmer zu geleiten. Könnte das vielleicht - ganz abgesehen von den alten Stromleitungen - der Grund für die Geräusche und die flackernden Lichter sein?

Das letzte Hotel, von dem ich heute erzählen will, befindet sich in der Nähe der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Hier locken die spektakulären Tequendama-Wasserfälle Jahr für Jahr etliche Touristen an. In dieser Gegend kann man auch das Museum für Biodiversität und Kultur besichtigen, welches in einem riesigen, schlossähnlichen Komplex untergebracht ist. Das an einer steilen Klippe gelegene majestätische Gebäude mit seinen riesigen Fensterfronten, welche den Blick auf eine malerische Naturkulisse eröffnen, war jedoch nicht immer ein Museum - über sechzig Jahre lang war es eine der besten Hoteladressen in ganz Kolumbien.

Schon in den 1920er Jahren waren die Wasserfälle bei Touristen sehr beliebt gewesen, und so baute der kolumbianische Architekt Carlos Arturo Tapias 1923 direkt gegenüber sein Privatdomizil, das schon bald ein beliebter Treffpunkt der High Society wurde, welche hier hinter verschlossenen Türen ausschweifende Partys feierte. So kam Tapias 1928 auf die Idee, sein Zuhause in ein Luxushotel umzuwandeln, welches ein bombastischer Erfolg wurde, ein Symbol der Freude und Eleganz der Goldenen Zwanziger Jahre. Doch obwohl es über sechzig Jahre lang eine begehrte Adresse war, gab es bereits gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts immer wieder Gerüchte, dass der Ort, an dem das Hotel del Salto erbaut worden war, verhext sei - und Anfang der 1990er schloss es ziemlich überstürzt seine Pforten. Dies heizte natürlich die Gerüchteküche noch mehr an, und in einigen Zeitungen wurde behauptet, dass es in dem Hotel Gespenster gäbe, die die Touristen in die Flucht geschlagen hätten. Tatsächlich sollen sich hier etliche Menschen über die Klippen in den Tod gestürzt haben, inspiriert von einer indigenen Legende, der zufolge Ureinwohner auf der Flucht vor den spanischen Eroberern von den Felsen gesprungen seien, woraufhin sie sich in Adler verwandelt hätten. Dumme Aktionen scheint es also auch schon vor Beginn der Selfie-Kultur gegeben haben. Offizielle Statistiken über die Suizide gibt es jedoch nicht, aber dafür zahlreiche Geschichten und Legenden, deren Wahrheitsgehalt nicht immer ermittelbar ist - so glauben etliche Leute, dass auch heute die Geister der dort Verstorbenen diesen Ort immer noch heimsuchen.

Nachdem das Hotel geschlossen worden war, verfiel es immer mehr, wodurch es mehr und mehr dem Geisterhaus glich, das es angeblich sein sollte. Das spukhafte Aussehen des verfallenden Hauses lockte ebenfalls Touristen an, und so mancher wagte sich in das verlassene Gebäude und hinaus auf die Aussichtsplattform, um von dort aus den Wasserfall zu bewundern. Manche von ihnen behaupteten anschließend, Silhouetten gesehen oder unheimliche Stimmen gehört zu haben. Im Jahr 2011 jedoch beschloss das Kolumbianische Institut für Naturwissenschaften gemeinsam mit der Ecological Farm Foundation von Porvenir, aus dem Horror-Hotel ein Museum zu machen. Und so wurde das Gebäude renoviert und erstrahlt heute im neuen Glanz, auch wenn es ein wenig von seinem Schrecken bewahrt hat - denn die Straße, die zu dem Museum führt, ist berüchtigt für unberechenbare Erdrutsche, so dass davor gewarnt wird, sich nach Einbruch der Dunkelheit noch dort herumzutreiben.

Die Ursache der Schließung des Hotels ist allerdings wohl weitaus profaner und trauriger, als es die vielen Geistergeschichten vermuten lassen: Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Río Bogotá, der die Wasserfälle speist, mehr und mehr zu einem der verseuchtesten Flüsse der Welt - Industrie- und Haushaltsabfälle sowie Fäkalien aus der Hauptstadt und Umgebung landen bis heute ungefiltert in dem Gewässer, jährlich sind es mehr als 300 Millionen Tonnen. Der daraus resultierende Gestank ist wohl der wahre Grund dafür, dass die Leute nicht mehr im Casa del Salto wohnen wollten. Bis heute ist der Gestank des Wassers allerdings ein Problem, auf das im Internet immer wieder hingewiesen wird.

Das ist eine Auswahl jener Gruselhotels, die ich beim Recherchieren gefunden habe - die Liste ist aber noch länger, vielleicht kommt also noch ein zweiter Teil. Es tut mir Leid, dass ich im Moment nicht so aktiv bin - ich hatte in letzter Zeit, wie schon öfter gesagt, viel um die Ohren und gönne mir momentan eine kleine Verschnaufpause. Da ich aber viel Zeit mit Lesen und Mystery-Podcasts verbringe, habe ich schon wieder einige neue Ideen, die ich demnächst in meinen Blog einbringen könnte. Bis dahin danke ich euch für eure Aufmerksamkeit - bon voyage!

vousvoyez

Freitag, 14. Oktober 2022

Das einzig Vorhersehbare bei Trump ist die Capslock-Taste beim Erstellen seiner Tweets

Photo by Ai Takeda on Unsplash
Besonders damals, als er erkannte, dass ihm die Felle davonschwammen, twitterte der damalige US-Präsident bekanntlich mehrmals täglich in Großbuchstaben (was in der heutigen Schriftsprache bekanntlich "schreien" bedeutet), bis sein Account irgendwann gelöscht wurde. Was den bekannten Sturm auf das Kapitol zu Beginn vorigen Jahres allerdings nicht verhindern konnte. Das Ende einer Nation, die uns so lange als Inspiration gedient hat? Ich weiß es nicht - sicher ist nur: Das Amerika, von dem wir als Kinder und Jugendliche immer geträumt haben, gibt es nicht mehr. Wobei man sich natürlich darüber streiten kann, ob es das jemals gab. Aber wir können nicht abstreiten, dass viele historische Ereignisse, die von dort ausgingen, die ganze Welt aus den Angeln hoben - im Negativen wie auch im Positiven. Natürlich gehört dazu auch die Raumfahrt - und nachdem ich wieder Lust bekommen habe, werde ich euch heute zwei Geschichten erzählen, die mehr oder weniger mit dem Weltraum zu tun haben. Und die wirklich ganz echt wahr sind! Ischwör!

Das erste Ereignis trug sich im Juni 1947 in der Kleinstadt Roswell, New Mexico zu, nach der es auch benannt wurde. Am 14. Juni dieses Jahres fand der Rncher William (Mac) Brazel auf der Foster Ranch ca. 105 km nordwestlich von Roswell herumliegende Trümmerteile aus Balsaholz, festem Papier, Alufolie, Klebeband und Gummi. Zuerst schenkte er diesen keine Beachtung; als er allerdings damals kursierende Gerüchte über mysteriöse, mutmaßlich außerirdische Flugobjekte aufschnappte, informierte er am 7. Juli den Sheriff von Roswell über seinen Fund. Dieser gab ihn an den lokalen Militärstützpunkt, das Roswell Army Airfield (RAAF), weiter, und so wurden die Trümmer eingesammelt und zur weiteren Analyse an den Armeestützpunkt in Fort Worth, Texas geschickt. Tags darauf erschien dann eine Pressemitteiliung in der Lokalzeitung Roswell Daily Record, in der behauptet wurde, das RAAF habe auf einer Farm in der Nähe der Stadt eine fliegende Untertasse gefunden. Diese Meldung zog natürlich größere Kreise und veranlasste General Roger Ramey und einen Wetterexperten der Armee, noch am selben Tag eine Pressekonferenz in Fort Worth einzuberufen; dort erzählten sie, ei den Trümmern habe es sich um Teile eines Wetterballons gehandelt, und erlaubten den Journalisten auch, die Fundstücke zu fotografieren. In den nächsten dreißig Jahren sprach keiner mehr davon - bis die Geschichte Ende der 1970er Jahre wieder auftauchte.

Im Jahre 1980 veröffentlichten der Schriftsteller und Linguist Charles Berlitz und der Ufologe William Moore das Buch The Roswell Incident (dt. Der Roswell-Zwischenfall), das eine Reihe von Interviews mit Augenzeugen und Beteiligten enthielt, die den Schluss zuließen, die US-Armee vertusche einen echten UFO-Fund. Hier tauchte auch erstmals die Aussage auf, jemand habe eine UFO-Absturzstelle mit mehreren toten Körpern gesehen; Militärpolizisten hätten ihn allerdings weggeschickt und befohlen, darüber zu schweigen. Das war die erste Erwähnung toter Außerirdischer in Verbindung mit Roswell.

Das Buch schlug große Wellen und zog Interviews mit Zeugen und Experten nach sich, unter ihnen auch Walter G. Haut, der 1947 Sprecher des Militärs gewesen war und im Laufe der Jahre sich ständig verändernde Geschichten zum Besten gab - manche Leute nehmen an, dass ihm verboten wurde, etwas zu sagen. Im Jahr 1995 tauchte schließlich Filmmaterial auf, das die Autopsie einer Leiche zeigt, welche wenige Wochen nach dem UFO-Absturz stattgefunden haben soll; der Körper ist unbehaart und hat etwa die Größe eines zwölfjährigen Kindes, aber die Schädelform und das Gesicht sind nicht menschlich, außerdem hat das Wesen sechs Finger und sechs Zehen, dafür fehlen die Geschlechtsorgane. Ich erinnere mich, dass ich damals im Rahmen einer Doku selbst Ausschnitte dieses Films gesehen habe.

Die zweite Geschichte, die ich euch heute erzählen will, ist mir erst kürzlich untergekommen, und das ganz zufällig. Sie ereignete sich ein bis zwei Jahrzehnte später, zur Zeit des von mir in einem anderen Artikel bereits erwähnten "Wettlauf ins All" zwischen der Sowjetunion und den USA, welcher nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs initiiert worden war. Wir erinnern uns, dass der erste Mensch im All, Juri Alexejewitsch Gagarin, der seinen umjubelten Raumflug 1961 absolvierte, aus der Sowjetunion kam, dass aber die USA die Mondlandung 1969 für sich entscheiden konnten. Und wir erinnern uns an die Hündin Laika, die als erstes Säugetier in dem sowjetischen Satelliten Sputnik 2 lebend ins All transferiert worden war. Nun sollen aber schon vor Gagarin sowjetische Kosmonauten in den Weltraum befördert worden sein - ihre Existenz soll allerdings vertuscht worden sein, weil sie diesen "Ausflug" nicht überlebt hatten. Parallel gibt es auch noch die Geschichte des Testpiloten Wladimir Iljuschin, der ebenfalls schon vor Gagarin im All gewesen sein soll - bei seiner anschließenden Landung in China soll er jedoch so schwer verletzt worden sei, dass man beschloss, den Flug geheim zu halten, um keine negative Publicity zu generieren.

Gerüchte über Menschen im All hatte es durchaus schon vor Gagarins Raumflug gegeben. Klar - wo gehobelt wird, fallen Späne, wie man so schön sagt. Und dabei spielte vor allem das italienische Brüderpaar Achille (1933 - 2015) und Giovanni Battista (*1939) Judica-Cordiglia eine wichtige Rolle. Die beiden ambitionierten Amateurfunker hatten im Alter von sechzehn und zehn Jahren begonnen, sich für Radiotechnik zu interessieren und in ihrem Elternhaus in der Lombardei mit einer gebrauchten Funkausrüstung herumzuexperimentieren. Mit Beginn des Satellitenzeitalters fingen sie an, sich auf Funksignale aus dem All zu konzentrieren, die sie mittels Berechnungen unter Nutzung des Doppler-Effekts lokalisierten - wobei sie übrigens erstaunlich präzise waren, besonders wenn man bedenkt, dass sie nur Hobby-Funker waren. Tatsächlich gelang es ihnen im Oktober 1957, Signale von Sputnik 1 zu empfangen und 1958 auch von dem amerikanischen Satelliten Explorer 1. Allerdings zeichneten sie auch Dinge auf, die eher merkwürdig waren und die Gerüchte um die verlorenen Kosmonauten erst richtig anheizen sollten. Im November 1957 etwa fingen sie ein Geräusch ein, welches ihr Vater, ein renommierter Kardiologe, als den Herzschlag eines Hundes identifizierte - da es offenbar aus dem All kam, konnte das nur der Herzschlag der Hündin Laika sein.

Als die Judica-Cordiglias 1959 nach Turin umzogen, bauten die Brüder zunächst eine Funkanlage auf der Dachterrasse des höchsten Hochhauses der Stadt; von Störnebeln behindert, richteten sie sich jedoch bald außerhalb der Stadt ihre Station in einem stillgelegten deutschen Bunker ein, den sie "Torre Bert" nannten. Hier empfingen sie im November 1960 ein SOS-Signal, das sich langsam von der Erde wegbewegte - ein bemanntes Raumschiff, das sich in den Tiefen des Weltalls verlor? Im Februar 1961 nahmen sie Geräusche auf, bei denen es sich laut ihres Vaters um die Herzschläge eines sterbenden Menschen, begleitet von einem Stöhnen und Röcheln, handeln sollte - ein Kosmonaut, der beim Wiedereintritt in den Orbit sein Leben verlor? Tatsächlich gaben die Sowjets kurz darauf zu, eine unbemannte Sonde ins All geschickt zu haben, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerstört worden war - sagten sie die Wahrheit oder wollten sie den Tod eines Menschen vertuschen? Die Aufnahme, die allerdings am häufigsten durchs Internet geistert, entstand im November 1963, als die Judica-Cordiglia-Brüder schon längst als Nationalhelden gefeiert wurden. Zu hören ist eine Frauenstimme, die Russisch spricht; die jüngere Schwester der beiden Bruder, die ein wenig Russisch konnte, übersetzte die Aufnahme: Neben Zahlenansagen berichtet die Frau, dass ihr heiß sei, sie spricht von Atmen und Sauerstoff und fragt, ob das nicht gefährlich sei - vermutet wird, dass es sich dabei um eine Kosmonautin handelt, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte.

Die Aufnahmen der Brüder Judica-Cordiglia wurden in mehreren staatlichen Radiostationen Italiens gespielt - insgesamt ging man von sieben verunglückten Phantom-Kosmonauten aus. Die Funkstation "Torre Bert" war bald so ausgelastet, dass die beiden Brüder andere Leute zu Hilfe nehmen mussten. Ihre letzten nennenswerten Beobachtungen stammen vom Unglücksflug der Sojus 1 im April 1967, der aufgrund technischer Mängel vorzeitig abgebrochen werden musste und aufgrund eines defekten Fallschirmsystems ein Menschenleben forderte. Für das sowjetische Raumfahrtprogramm war das ein schwerer Rückschlag - zum ersten Mal musste man vor der Weltöffentlichkeit einen Fehler zugeben. Bald danach wurde die Torre-Bert-Funkstation geschlossen - zum einen war die spannende Anfangsphase der bemannten Raumfahrt vorbei, zum anderen begann für Achille und Giovanni Battista Judica-Cordiglia das normale Berufsleben, weshalb sie keine Zeit mehr für ihr aufwändiges Hobby hatten.

Was aber hat es mit diesen beiden durchaus spannenden Geschichten auf sich? Kommen wir nun also zu dem Teil, an dem ich euch die Illusion nehme und euch an meiner Enttäuschung teilhaben lasse, die ich empfand, als ich die Fakten erfuhr. Warum soll nur ich allein leiden?

Nun, was Roswell betrifft, so geschah der Absturz des Flugobjekts zu einer Zeit, als ständig UFO-Sichtungen gemeldet wurden - der Zusammenhang mit Außerirdischen war also schnell hergestellt. Dennoch dauerte es drei Jahrzehnte, bis sich wieder Leute dafür interessierten - dann aber liefen die Geschichten vollkommen aus dem Ruder. Nach Berlitz' Buch geschah das, was immer passiert, wenn etwas so gewaltige Aufmerksamkeit erregt - es tauchten immer mehr vermeintliche Zeugen und selbsternannte Experten auf, die alle etwas gesehen haben wollten. Zudem war das Buch über Roswell nicht das erste Werk von Berlitz, welches häufig kritisiert wurde; Berlitz war bekannt für seine Bücher über unerklärliche Phänomene, so schrieb er beispielsweise über das Bermuda-Dreieck und über Atlantis, und auch diese Werke strotzen vor Falschaussagen und Verfälschungen der Quellen. Auch die Aussagen von Walter G. Haut sind in diesem Lichte kritisch zu sehen, zumal er, wie schon zuvor erwähnt, seine Geschichte von Jahr zu Jahr immer wieder änderte. Er erklärte zwar, dass er von seinen aussagen keinesfalls profitiere, es ist aber mehr als offensichtlich, dass er das mediale Interesse durchaus genoss. Übrigens kamen in den 1980er Jahren auch erste Gerüchte über die Erforschung außerirdischen Lebens in der berühmten Area 51, dem militärischen Sperrgebiet in Nevada, auf, und obwohl die beiden Geschichten ursprünglich nichts miteinander zu tun hatten, wird der Roswell-Zwischenfall heutzutage sehr häufig mit den Verschwörungsmythen um Area 51 verknüpft.

Im Laufe der Zeit wurden die Geschichten rund um Roswell immer abenteuerlicher, und so entwickelte diese Legende zunehmend ein Eigenleben, das seinen Höhepunkt mit dem bereits erwähnten Santilli-Film feierte, der auch Alien Autopsy genannt wurde. Benannt wurde er nach dem Filmproduzenten Ray Santilli, der den Schwarzweiß-Film zum ersten Mal öffentlich vorstellte. Als ich zum ersten Mal Ausschnitte daraus zu Gesicht bekam, war ich kaum älter als zwölf - als ich Jahre später erfuhr, dass es sich um eine Fälschung handelt, war ich bitter enttäuscht. Ja, ganz recht, der Film ist nicht echt - und das fällt eigentlich relativ schnell auf: Sowohl das Ambiente als auch die Qualität der Kameraführung sowie  die geringe Zahl der beteiligten Ärzte wirkten merkwürdig amateurhaft für eine Forschungsarbeit von solch enormer Tragweite. Zudem verliert das Bild immer an Schärfe, sobald etwas detailliertere Aufnahmen zu sehen sind, und an wesentlichen Stellen wurden ganz offensichtlich Schnitte vorgenommen, was darauf schließen lässt, dass die Szenarien zuvor passend arrangiert worden waren. eine Zeitlang ging das Gerücht um, bei dem Körper handle es sich um eine menschliche Leiche mit körperlichen Anomalien, aber 2006 bekannte John Humphreys, Experte für Spezialeffekte in Filmen, das Alien-Modell aus Latex hergestellt und zudem auch einen der Autopsie-Ärzte gespielt zu haben.

Das abgestürzte Flugobjekt war also kein außerirdisches UFO - ein gewöhnlicher Wetterballon scheint das vermeintliche Raumschiff allerdings auch nicht gewesen zu sein. Heute vermutet man, dass es sich bei den Trümmern um die Überbleibsel eines missglückten Ballonzuges handelte, der im Rahmen des Project Mogul als Frühwarnsystem für sowjetische Atomtests konstruiert worden war. Da dieses Projekt jedoch geheim war, wurde die Geschichte mit dem Wetterballon erzählt. Die toten Aliens könnten in Wirklichkeit Crashtest-Dummys gewesen sein, die damals zu Testzwecken für die Konstruktion von Fallschirmen dort abgeworfen worden waren. Ob das genauso war, kann ich nicht sagen, aber es klingt zumindest schlüssiger als die Alien-Geschichte. Aber wie Menschen so sind, konnte man natürlich nicht alle von ihrer Überzeugung abbringen, in Roswell seien Außerirdische abgestürzt, und so profitiert die Wirtschaft dieser sonst nicht allzu spektakulären Stadt im Südwesten der USA ordentlich vom UFO-Tourismus. Es gibt in dieser Gegend mehrere vermeintliche Absturzstellen, außerdem Museen, Festivals und Kongresse. Zumindest für Roswell hat dieser Hype also auch Konsequenzen. Und natürlich für die Film- und Fernsehbranche, denn diese Geschichte wird natürlich immer wieder verwurstet und hat unser Alien-Bild geprägt wie kaum eine andere. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Alien-Merchandise der späten 1990er Jahre, als die Spielzeugindustrie versuchte, mit leuchtenden, glitzernden und blinkenden Objekten gegen den Digitalisierungs-Hype anzukämpfen und ich mir heimlich diese ekelhaft weichen, neonfarbenen Fruchtgummi-Imitat-Alienköpfe in den Mund stopfte. Sogar Akte X, die Serie, die man im Alter von etwa zwölf bis fünfzehn Jahren sehen musste, wenn man cool sein wollte, selbst wenn man sich danach vor Angst nicht mehr aufs Klo traute, hat eine Roswell-Folge - die allerdings gedreht wurde, als die schrillen Neunziger bereits vorbei waren.

Im Gegensatz zu Roswell wurde die Geschichte um die vermeintlichen Phantom-Kosmonauten von der Popkultur nicht so extrem ausgeschlachtet - was wohl der Grund ist, warum sie mir erst in jüngerer Zeit begegnete. Konkrete Beweise für die verlorenen Kosmonauten gibt es bis heute nicht - dabei ist die Geschichte gar nicht so weit hergeholt, wie manche von euch vielleicht jetzt denken, denn tatsächlich neigten die Sowjets damals dazu, nur Erfolge ihrer Raumfahrt-Mission öffentlich zu machen und Fehlschläge zu vertuschen. Allerdings weisen viele Geschichten nicht nur einen Mangel an Belegen, sondern auch etliche Fehler im Detail auf. Wie schon gesagt war bereits vor Gagarins Raumflug davon die Rede, dass diese oder jene Person eine Reihe von Todesfällen unter Kosmonauten aufgedeckt hätte - 1959 wurden ein paar verunglückte Fallschirmspringer kurzerhand zu Phantom-Kosmonauten. 1960 schrieb der amerikanische Science-Fiction-Autor Robert A. Heinlein (bekannt für den Roman Starship Troopers) in seinem Artikel Wahrheit über eine Geschichte, die ihm Kadetten der Roten Armee in Vilnius erzählt haben sollen: nämlich dass die Sowjetunion am selben Tag einen Menschen in die Erdumlaubahn gebracht hätte. Tatsächlich war an diesem Tag eine ungeschraubte Weltraumkapsel ins All geschossen worden - diese war aber unbemannt gewesen.

Was die Brüder Judica-Cordiglia angeht, so hat deren beachtliches Archiv an Funkaufnahmen sehr wohl historischen Wert, und es ist auch wahr, dass sie Signale aus dem Weltall empfangen haben - deren Echtheit ist ja zum Teil auch medial recht gut abgesichert. Allerdings wurde vieles, was sie damals aufgenommen haben wollen, auch widerlegt - etwa die vermeintlichen Herzschläge der Hündin Laika. Diese war am 3. November 1957 zu Propagandazwecken in einen Raumflugkörper verfrachtet und in eine Erdumlaufbahn befördert worden. Dass sie ihr "Abenteuer" nicht überleben sollte, war von Anfang an klar - ursprünglich war geplant, ihr nach zehn Tagen im Orbit vergiftetes Futter zu verabreichen, um ihr einen qualvollen Tod beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zu ersparen. Sie starb alllerdings bereits fünf bis sieben Minuten nach dem Start der Rakete, wohl an Stress und Überhitzung - was allerdings erst 2002 bekannt werden sollte. Ihre angeblichen Herzschläge wurden aber drei Tage nach ihrem Tod aufgenommen. Selbstverständlich unterstrich die Expertise des Vaters, der ja Kardiologe war, vermeintlich den Wahrheitsgehalt der Meldungen über Herzschläge - allerdings darf man nicht vergessen, dass er dieser Situation nicht unvoreingenommen gegenüberstand, sondern stets in dem Wissen herangezogen wurde, dass seine Söhne versuchten, Signale aus dem Weltall zu interpretieren. Ähnlich verhält es sich auch mit der Übersetzung der vermeintlichen Kosmonautin - durch die Voreingenommenheit der Übersetzerin, gepaart mit der Verzerrung der Stimme, die da zu hören ist und möglicherweise auch unzureichenden Sprachkenntnissen ist anzunehmen, dass die Übersetzung fehlerhaft ist. Tatsächlich stellte sich bei neuerlicher Überprüfung heraus, dass einige Sätze gar nicht vorhanden waren und dass die Wörter, die tatsächlich gefallen sind, in einem alternativen Kontext etwas ganz anderes bedeuten als das, was interpretiert wurde. Auffällig ist auch, dass bei diesen Aufnahmen die Regeln des militärischen Funkverkehrs nicht eingehalten wurden. Abgesehen davon gab es zu dem Zeitpunkt, als die Aufnahme entstand, noch gar kein Programm für weibliche Kosmonauten, und die ersten, die später tatsächlich ins All kamen, wurden auch sehr schnell bekannt. Ganz abgesehen davon wird der Funkverkehr beim Wiedereintritt in den Orbit unterbrochen - sprich, was immer die Brüder da aufgenommen hatten, es war keine Kosmonautin. Auch was das SOS-Signal betrifft, so kann die Vermutung eines verlorengegangenen Raumschiffes widerlegt werden - dennhäte es die Erdumlaufbahn verlassen, hätte man es noch einmal extra beschleunigen müssen, und das konnten die damaligen Gefährte noch nicht leisten.

Was hinter den Verschwörungsmythen rund um die verlorenen Kosmonauten steckt, ist natürlich so vielfältig wie die meisten anderen Geschichten in dieser Richtung. Ein bisschen erinnern sie an die Verschwörungserzählungen rund um den 11. September 2001 - der böse Russe, dem man alles zutraut und der alles daransetzt, den Wettlauf ins All zu gewinnen, weshalb er, wenn möglich, auch über Leichen geht. So gibt es Geschichten über Selbstmord-Kosmonauten, die zum Mond geschickt worden sein sollen in dem Wissen, dass sie nicht mehr zurückkehren würden - wenn man sich allerdings die Baupläne der sowjetischen Sonden ansieht, die zum Mond geschickt wurden, so ist dort gar kein Platz für einen Passagier. So weit hergeholt ist das allerdings trotzdem nicht - denn diejenigen, die ins All geschickt wurden, wussten natürlich, dass sie möglicherweise nicht zurückkommen würden und waren bereit, für ihr Vaterland zu sterben.  Die Unfälle, die tatsächlich passiert sind, haben jedoch einen hohen Bekanntheitsgrad erhalten - und selbst die, die vertuscht werden sollten, sind irgendwann ans Licht gekommen, sobald die Akten geöffnet wurden. Insgesamt kann man sagen, dass wir heutzutage schon ein so detailliertes Wissen über diese Missionen haben, dass man davon ausgehen kann, dass wir auch von eventuellen verdeckten Missionen schon erfahren hätten.

Wie ihr also seht, stecken auch hinter diesen tollen Geschichten vergleichsweise langweilige, doofe Fakten. Ich weiß, das ist nicht lustig - aber ich muss sagen, dass zumindest die Torre-Bert-Aufnahmen durchaus eine interessante Geschichte beherbergen, auch ohne dass man etwas dazuerfinden muss. Jedenfalls hoffe ich, es hat euch trotzdem gefallen und hoffe, dass wir uns bald wieder sehen - zumindest Themen habe ich, wie gesagt, genug. Also bis zum nächsten Mal! Bon voyage!

vousvoyez

Roswell:

https://hoaxilla.com/hoaxilla-33-roswell-ufos-co/

http://roswellproof.homestead.com/Haut.html#anchor_8

https://www.bbc.co.uk/manchester/content/articles/2006/04/07/070406_alien_interview_feature.shtml

https://verschwoerungstheorien.fandom.com/de/wiki/Santilli-Film

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlen-bitte-16-Minuten-Alien-Autopsie-Santelli-Film-der-die-Welt-taeuschte-4714026.html?seite=2

https://signallinie.info/der-santilli-film/

Verlorene Kosmonauten:

https://hoaxilla.com/hoaxilla-75-lost-in-space/

https://www.zeit.de/1965/13/leichen-oder-enten

https://skeptoid.com/episodes/4115

https://www.youtube.com/watch?v=INgk5IU4UzE&t=1s

https://www.youtube.com/watch?v=nMtjDM7QpJk&t=645s

https://verschwoerungstheorien.fandom.com/de/wiki/Verlorene_Kosmonauten

http://www.satellitenwelt.de/jc_turin.htm

https://fahrplan.events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3710.en.html


Sonntag, 22. Mai 2022

Der handelsübliche Mund-Nasen-Schutz ist weniger gefährlich, wenn man vorher die Plastikverpackung entfernt

Photo by Todd Cravens on Unsplash
Die Panikmache vor den Masken hat ja immer wieder mal Hochkonjunktur - entsprechend ist Maskenlosigkeit im öffentlichen Raum für viele Schreihälse mittlerweile auch Symbol der Rebellion. Gleichzeitig werden unter Nachrichtenbeiträgen Kommentare gepostet, in denen die Maskenpflicht mit dem Burka-Zwang für Frauen in Afghanistan gleich gesetzt wird. Was lächerlich ist, allein wenn man bedenkt, dass hierzulande niemand wegen einer fehlenden Maske eingesperrt, gefoltert oder gar getötet wird - und dass die Maskenpflicht für alle gilt, die das sechste Lebensjahr vollendet haben. Ich persönlich erinnere mich noch an alle möglichen Panikgeschichten bezüglich der Masken - von Kindern, die angeblich daran erstickt seien bis hin zu Textilfusseln, die angeblich gefährliche Morgellons sein sollen.

Nun, von diesen Geschichten haben wir ja bereits genug gehört. Und da mein Leben momentan nicht ganz einfach ist und die Medien seit geraumer Zeit vor schlechten Nachrichten überquellen, habe ich beschlossen, wieder einmal was Lustigeres zu machen - denn das ist ja in den letzten Beiträgen eindeutig zu kurz gekommen. Und da ich in meinen Artikeln über gruselige Orte bereits Dracula und Konsorten erwähnt habe, habe ich mir gedacht, ich widme mich zur Abwechslung mal den Vampiren. Immerhin habe ich als Teenager mal eine ausufernde Geschichte über Dracula geschrieben - auch wenn diese leider inzwischen verlorengegangen ist. Aber gut, ein literarisches Meisterwerk war sie eh nicht. Da gibt es viel bessere Beispiele - und nein, Stephenie Meyers glitzernde Vampire zähle ich nicht dazu!

Gehen wir also der Frage nach, was ist eigentlich ein Vampir? Nun, in grauer Vorzeit wimmelte es ja bekanntlich von allen möglichen böswilligen Nachtwesen, Wiedergängern, Nachzehrern und anderen gefährlichen Toten, zu denen eben auch die Vampire gehören. Hierbei handelt es sich bekanntlich um tote Menschen, die sich laut Volksglauben bzw. Mythologie nachts aus ihren Gräbern erheben, sich von menschlichem Blut ernähren und mit verschiedenen übernatürlichen Kräften ausgestattet sind. Nach ihnen sind auch die Desmodontinae benannt, eine Unterart der Blattnasen-Fledermäuse, die in den wärmeren Gefilden des amerikanischen Kontinents beheimatet ist und sich ausschließlich vom Blut anderer Tiere ernährt. Das Wort "Vampir" stammt aus dem slawischen Sprachraum - was einleuchtend ist, da sich Ethnologen darüber einig sind, dass der populäre Vampirglaube ursprünglich im südslawischen Raum entstand, wobei jedoch nach wie vor darüber diskutiert wird, ob seine Wurzeln in Serbien und Bulgarien oder doch eher in Anatolien liegen. Dabei spielte im Volksglauben weniger das Blutsaugen eine Rolle als das nächtliche Verlassen des Grabes - ursprünglich wurde man auch nicht durch den Biss eines Vampirs zu einem solchen Wesen, sondern durch das fehlende Sterbesakrament.

Der erste bekannte angebliche Vampir soll Jure Grando gewesen sein, ein Bauer aus dem kroatischen Dorf Kringa. Er soll 1652 verstorben und zwei Jahrzehnte später immer wieder seinem Grab entstiegen sein, um das Dorf zu terrorisieren - angeblich klopfte er an die Türen von Häusern, von denen ein Bewohner daraufhin in den nächsten Tagen gestorben sein soll. Um seinem Treiben Einhalt zu gebieten, wurde der Leichnam schließlich exhumiert, geköpft und anschließend gepfählt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Grando in der volkstümlichen Schrift Die Ehre dess Herzogthums Crain von Johann Weichard von Valvasor. Tatsächlich war der Aberglaube im 18. Jahrhundert in manchen Regionen so stark, dass ständig Gräber geöffnet, Leichname exhumiert und anschließend geköpft, gepfählt und verbrannt wurden. Die Leute trieben es mitunter augenscheinlich so arg, dass Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1755 ihren Leibarzt nach Mähren schickte, um die dortige Lage zu überprüfen, und anschließend aufgrund seines Berichtes traditionelle Abwehrmaßnahmen gegen angebliche Vampire bei Strafe verbot. Aber es gab natürlich auch Maßnahmen, um Tote daran zu hindern, zu Wiedergängern zu werden - etwa, indem man sie im Grab fesselte, ihnen Steine oder Silbermünzen in den Mund legte oder ihnen etwas zum Zählen mit ins Grab gab, damit sie zu beschäftigt waren, um aufzustehen und die Leute zu nerven. Wahrscheinlich spielt da auch die Angst, lebendig begraben zu werden, mit hinein - so gab es die Möglichkeit, per Testament Maßnahmen zu diktieren, die Menschen daran hindern sollten, nach dem Tod wiederzukehren, etwa den mit speziellen Dolchen ausgeführten Herzstich, der hierzulande üblich war.

Der Aberglaube rührte wohl auch daher, dass man sich in der Zeit vor der Aufklärung noch wenig damit befasste, was mit einem Leichnam während der Verwesung geschieht, so dass man sich manche natürlichen Vorgänge nur dadurch erklären konnte, dass die Person nachts aus ihrem Grab stieg. Andererseits hat der Vampirglaube wohl auch dazu beigetragen, dass man anfing, sich ein wenig intensiver mit der Frage zu beschäftigen, was mit dem menschlichen Körper nach dem Tod passiert - zu nennen ist hier etwa Michael Ranfts Traktat von dem Kauen und Schmatzen der Toten in den Gräbern aus dem Jahre 1734. Auch wenn es Mythen gibt, die bis heute nicht totzukriegen sind - etwa, dass Haare und Fingernägel nach dem Tod weiterwachsen. Auch ich habe das lange geglaubt - mittlerweile weiß ich aber, dass diese durch die Austrocknung der Haut und den Zerfall des Fleisches einfach nur länger wirken.

Der letzte bekannte Fall, in dem ein angeblicher Vampir exhumiert wurde, ereignete sich übrigens im Jahr 2005 im rumänischen Dorf Marotino de Sus. Damals grub man den Körper eines Verstorbenen aus, der verdächtigt wurde, nachts als Strigoi, ein Vampirwesen aus dem rumänischen Raum, sein Unwesen zu treiben. Seine Verwandten schnitten ihm das Herz heraus, verbrannten es, lösten die Asche im Wasser auf und tranken das dann. Keine sehr appetitliche Vorstellung, aber man nimmt halt, was man kriegen kann - auf jeden Fall landeten die Beteiligten zwei Jahre später in Bukarest vor Gericht wegen Leichenschändung und Störung der Totenruhe, waren aber fest davon überzeugt, das Richtige getan zu haben.

Die moderne Variante des Vampirmythos wurde vor allem durch literarische Werke geprägt, wobei Vorläufer des Vampirismus sich schon vor Bram Stoker durch alle literarischen Gattungen zogen. So verwendete Stoker den Satz "die Toten reiten schnell" in seinem Dracula-Roman - dieser stammt ursprünglich aus der Ballade Lenore von Gottfried August Bürger. Darin kommen zwar keine Vampire vor, aber eine junge Frau, die mit Gott hadert, nachdem ihr Verlobter nicht aus dem Siebenjährigen Krieg heimgekehrt ist, und schließlich von dessen Geist auf einen gruseligen Ritt durch die Nacht entführt und zu sich ins Totenreich gebracht wird. Eine weitere Ballade, die sich mit dem Wiederkehrer-Mythos befasst, ist Die Braut von Korinth von Johann Wolfgang von Goethe - ein junger Mann aus Athen erlebt eine heiße Liebesnacht mit der ihm versprochenen Braut aus Korinth, die allerdings gestorben ist, nachdem die zum Christentum übergetretenen Eltern sie zu ewiger Keuschheit genötigt haben. Das Motiv der Ballade wiederum stammt aus Phlegon von Tralleis'  Buch der Wunder aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, welches sich mit übernatürlichen Phänomenen befasst.

Die erste tatsächliche Vampirerzählung der Weltliteratur, die auch den Typus des vornehmen, adeligen Vampirs einführt, ist die Kurzgeschichte Der Vampyr des englischen Schriftstellers John Polidori, der gleichzeitig Leibarzt des Dichters Lord Byron war. Zu erwähnen ist hier auch die Erzählung Vampirismus aus E. T. A. Hoffmanns Die Serapionsbrüder (1819 - 1821), einer Sammlung von Novellen, Erzählungen und Aufsätzen, in welcher der Vampir als weibliche Adelige auftritt - und der damit endet, dass die Protagonistin Leichen verspeist. Generell waren Vampire in allen Kunstformen sehr beliebt - es war die Zeit der Schauerliteratur, welche unter dem Namen Gothic Fiction in England entstanden war und zur Epoche der Schwarzen Romantik zählt. Ein weiteres prägendes Werk mit Vampirmotiv ist die von mir an anderer Stelle bereits erwähnte Novelle Carmilla von Sheridan le Fanu aus dem Jahre 1872 sowie Bram Stokers Briefroman Dracula von 1897, über das ich ebenfalls schon ausführlich berichtet habe.

Die frühen literarischen Werke über Vampire etablierten allmählich auch die heutige Vorstellung von Vampiren im Allgemeinen: Lebende Tote, die tagsüber in ihren Särgen schlafen und nachts umherwandeln, um sich vom Blut Lebender zu ernähren. Sie haben bleiche Gesichter und lange spitze Zähne, die sie nutzen, um ihre Opfer meist in die Halsschlagader zu beißen - in den meisten Sagen werden die Gebissenen anschließend selbst zu Vampiren. Zudem verfügen Vampire über unterschiedliche übernatürliche Fähigkeiten - so sind sie unsterblich, besitzen übermenschliche Kräfte und zeichnen sich als Verführungskünstler aus, häufig wird ihnen auch ein ausgeprägter Sexualtrieb zugeschrieben. Bei Kontakt mit Sonnenstrahlen verbrennen sie allerdings oder zerfallen zu Staub - generell reagieren sie empfindlich auf jede Art von direktem Licht, eine Vorstellung, die sich vor allem seit Murnaus Nosferatu durchgesetzt hat. In manchen Sagen können sie sich in Fledermäuse, seltener auch in Wölfe verwandeln und senkrecht Wände hinaufgehen, außerdem haben sie kein Spiegelbild und können mit Knoblauch, Kruzifixen und Weihwasser in Schach gehalten werden - auch wenn Knoblauch im Volksglauben eher gegen Hexen hilft und erst seit Stoker gegen Vampire eingesetzt wird. Und auch Kruzifixe sind nicht immer zuverlässig - zumindest, wenn wir Roman Polánskis Tanz der Vampire Glauben schenken wollen, in dem die vollbusige Magd sich mit einem Kruzifix vor dem Angriff des zum Vampir gewordenen Yoyneh Shagal schützen will, der allerdings jüdischen Glaubens ist und dies lachend mit "You got the wrong vampire" quittiert. Da der Film jedoch aus den Sechzigern stammt und man in Deutschland empfindlich auf Bezüge zum Judentum reagierte, wurde dieser Satz mit "Das funktioniert nur bei alten Vampiren" übersetzt. Drastischere Schutzmaßnahmen sind aber natürlich das schon erwähnte Köpfen und Pfählen des Leichnams - namentlich das Schlagen eines Holzpflocks durchs Herz. Laut Mel Brooks' Parodie Dracula: Dead and Loving It (dt. Dracula - Tot, aber glücklich) sollte man aber vorher besser Zeitungen auslegen, weil das eine Riesensauerei werden könnte. Und wer mag schon schmutzige Grüfte?

Auffällig ist auch die erotische Komponente, die in vielen Vampirromanen und -filmen eine Rolle spielt - und die in der Twilight-Reihe in haarsträubenden Puritanismus umschwingt. Die Erotik in den frühen Vampirgeschichten rührt wohl daher, dass Sex zur damaligen Zeit noch rigoros tabuisiert wurde. Natürlich fällt es nicht schwer, bei diesen Geschichten sexuelle Assoziationen zu wecken, immerhin ist das Beißen in den Hals ja eine sehr intime Geste - ähnlich den Knutschflecken bei Teenagern. Gleichzeitig führen die erotisch aufgeladenen Szenen in Stokers Roman - man denke nur an die beiden leicht bekleideten Damen, die nachts in Draculas Schloss an Jonathan Harker herumsaugen, und an die unterschwellige Liebesgeschichte zwischen Dracula und Harkers Verlobter Mina - dazu, dass Dracula im viktorianischen Zeitalter als "Schundroman" galt, der heimlich unter dem Ladentisch verkauft wurde. Ganz allgemein fällt auf, dass in Kunstwerken, die sich mit Vampirismus befassen, leicht bekleidete Damen sehr beliebt sind - mich hat das Babydoll-Hemdchen aus den Fünfzigern beispielsweise immer an alte Vampirfilme erinnert. So gesehen ist der Vampir vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert sicher auch als Projektionsfläche für die damals geltenden Tabus zu sehen. Heutzutage wiederum scheint das Vampir-Genre häufig eine unpassende Referenz an dysfunktionale Beziehungen zu sein - zumindest fällt das bei Twilight extrem auf oder auch bei Shades of Grey, das ja als Twilight-Fan-Fiction entstand. Und natürlich ist auch der Bezug zu dem Adrenochrome-Mythos augenfällig, auch wenn dieser ganz andere Wurzeln hat.

Wie wir alle wissen, ist der Vampir auch schon seit der Stummfilmzeit ein beliebtes Motiv - wobei die ersten keine blutsaugenden Untoten waren, sondern Referenzen an die femme fatale, welche inspiriert waren von Rudyard Kiplings Gedicht The Vampire aus dem Jahre 1897 - nicht umsonst ist heute der Begriff "Vamp" für besonders verführerische, manipulative Frauen üblich. Die meisten Vampirfilme basieren aber natürlich auf Stokers Dracula, wie etwa mein persönlicher Lieblings-Horrorfilm, Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens von 1922, der völlig zu Recht bis heute als Klassiker gilt. Einer der meistgesuchten verschollenen Filme wiederum ist Tod Brownings London After Midnight (dt. Um Mitternacht) aus dem Jahr 1927, der das Vampir-Genre mit dem Kriminalfilm verbindet. Vier Jahre später veröffentlichte Browning übrigens die erste autorisierte Adaption des Dracula-Romans - Stokers Witwe hatte zuvor die Vernichtung von Murnaus Film gefordert, was zum Glück nicht durchgesetzt wurde. Die Titelrolle in Brownings Film spielte übrigens Bela Lugosi, der dadurch weltweite Bekanntheit erlangte. Filme, die lose auf dem Carmilla-Roman basieren, sind übrigens Roger Vadims ... et mourir de plaisir (dt. ...und vor Lust zu sterben) aus dem Jahr 1960 über einen lesbischen Vampir, ebenso wie Camillo Mastrocinques La cripta e l'incubo (dt. Ein Toter hing am Glockenseil) von 1964 mit Christopher Lee in einer der Hauptrollen. Und natürlich darf die bereits erwähnte Vampirfilm-Persiflage Tanz der Vampire aus dem Jahr 1967 in dieser Auflistung nicht fehlen, ebenso wenig wie der afroamerikanische Blaxploitation-Film Blacula aus dem Jahr 1972, in dem erstmals ein Schwarzer Vampir auftaucht, auch wenn er heute als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt. Außerdem möchte ich noch auf Andy Warhol's Dracula von 1974 hinweisen, bei dem Paul Morrissey Regie führte und den ich eigentlich nur gesehen habe, weil er laut FSK-Angabe nicht jugendfrei ist. Tatsächlich lockt er mit literweise Blut und vielen nackten Frauen, ist aber nicht halb so schockierend, wie ich ursprünglich dachte - auch wenn das Motiv des Klassenkampfes im Subtext keineswegs uninteressant ist und Hauptdarsteller Udo Kier durchaus eine beeindruckende Leistung hinlegt. Wer also auf seltsame und absurd brutale Filme steht, ist mit diesem kuriosen Stück Filmkunst sicherlich gut bedient.

Natürlich darf auch Werner Herzogs Vampirfilm in dieser Reihe nicht fehlen - Nosferatu - Phantom der Nacht von 1979 ist eine offensichtliche Hommage an Murnaus Meisterwerk, auch wenn die Namen der Figuren aus Stokers Roman stammen, und obgleich der Film in Farbe und mit Ton ist, orientiert er sich doch sehr stark am Original. Ich persönlich halte Klaus Kinski als Schauspieler für stark überschätzt, spielt er doch größtenteils immer gleich - diese Rolle ist aber zweifellos eine seiner besseren. Aus dem gleichen Jahr stammt auch die Miniserie Salem's Lot (dt. Brennen muss Salem) von Tobe Hopper, die auf Stephen Kings gleichnamigem Roman basiert und im deutschsprachigen Raum als Spielfilm erschien. Max Schreck, der Hauptdarsteller von Murnaus Nosferatu, war übrigens Bayer - hatte der Schweizer Regisseur Carl Schenkel etwa daran gedacht, als er 1979 die Erotikkomödie Graf Dracula (beisst jetzt) in Oberbayern drehte? Erwähnenswert finde ich in diesem Zusammenhang auch Francis Ford Coppolas Version von Bram Stokers Dracula aus dem Jahr 1992, die als die bisher werktreuste Adaption gilt - mit Keanu Reeves als Jonathan Harker, Gary Oldman als Dracula, Winona Ryder als Harkers Verlobte Mina und Anthony Hopkins als Professor van Helsing wartet er auch durchaus mit einer hochkarätigen Besetzung auf. Erwähnenswert ist sicher auch Buffy, the Vampire Slayer aus dem Jahr 1992, der Joss Whedon zu seiner berühmten gleichnamigen Fernsehserie (dt. Buffy - Im Bann der Dämonen) inspirierte, die sieben Jahre lang lief. Im Jahre 1994 kam außerdem das Horrordrama Interview With The Vampire: The Vampire Chronicles (dt. Interview mit einem Vampir) in die Kinos, die Lebensgeschichte des Vampirs Louis de Pointe du Lac, gespielt von Brad Pitt. Und natürlich darf die zuvor schon erwähnte Mel-Brooks-Parodie aus dem Jahr 1995 in dieser Liste nicht fehlen, ebenso wenig wie der Splatterfilm From Dusk Till Dawn von 1996, dessen Drehbuch Quentin Tarantino verfasst hatte und der durch viel schwarzen Humor besticht. Auch der Marvel-Actionfilm Blade aus dem Jahr 1998 darf hier nicht unerwähnt bleiben, auch wenn ich zugeben muss, dass das so gar nicht mein Genre ist und ich daher keine Ahnung habe. Im Jahr 2000 gab es außerdem unter der Regie von Uli Edel eine Filmadaption der Kinderbuchreihe Der kleine Vampir von Angela Sommer-Bodenburg - Letztere hat mich als Kind in das Vampir-Genre eingeführt. Einer meiner Lieblingsfilme ist übrigens auch Shadow of the Vampire aus demselben Jahr mit John Malkovic und Willem Dafoe, ein fiktives Making-Of von Murnaus Nosferatu, der aber im englischen Original noch ein Stück lustiger ist denn auf Deutsch. Natürlich gehört die Twilight-Reihe auch dazu, für mich hat sie das Franchise aber ein bisschen kaputtgemacht - im Prinzip hat die Mormonin Stephenie Meyer lediglich einen Vampir erfunde, der dem Idealbild fundamentalistischer christlicher Strömungen entspricht. Ich muss zugeben, dass meine Liste mehr als unvollständig ist, sie entspricht ausschließlich meinem subjektivem Geschmack - vollständige Auflistungen von Vampirfilmen findet ihr im Internet genug.

Wie ihr also seht, blickt der Vampir auf eine lange Geschichte zurück. Heutzutage wird der Vampirismus allerdings auch als Subkultur gelebt - inspiriert durch Filme und Serien wie etwa das schon erwähnte Buffy. Es handelt sich um eine sehr heterogene Szene, die von Vampir-Fans über Rollenspieler bis hin zu Leuten, die kleine Mengen Blut von freiwilligen "Spendern" konsumieren bis hin zu solchen, die tatsächlich davon überzeugt sind, Vampire zu sein. Das klingt alles zweifelsohne ein wenig schräg, aber ich denke, solange niemand einem anderen dabei Schaden zufügt, ist das die Sache derer, die diesen Lebensstil pflegen. Und damit möchte ich mich für heute von euch verabschieden und hoffe, dass wir uns ganz bald wieder lesen. Bon voyage!

vousvoyez

Donnerstag, 10. März 2022

Wäre Konrad Duden nicht schon tot, würde er sich jetzt umbringen


© vousvoyez
Diesen Gedanken habe ich sehr oft, wenn ich mir ansehe, wie wenig Wert heutzutage auf Schreibkompetenz gelegt zu werden scheint. Aber egal, wie höflich und umsichtig du darauf hinweist - Kritik ist nicht erwünscht. Denn wer anderer Leute Rechtschreibung korrigiert, ist frustriert und hat keine Freunde. Aber egal - wir sind nicht hier, um uns über Rechtschreibsünden zu beschweren. Ich habe ja in letzter Zeit sehr ernsthafte Themen angesprochen, vor allem der letzte Artikel hatte es in sich. Es könnte auch sein, dass ich mir in Zukunft das eine oder andere von der Seele schreiben muss - aber da ich mit meinem Blog nicht nur Trauer und Angst verbreiten will, möchte ich mich heute wieder mal einem Thema widmen, das nicht ganz so ernst ist. Ich möchte heute nämlich wieder einmal über Kryptozoologie sprechen.

Ich habe dazu schon mal was geschrieben, das ist aber doch schon wieder eine ganze Weile her, ihr könnt den Artikel hier finden, wenn ihr Lust habt, ihn zu lesen. Zur Erinnerung: Kryptozoologie bezeichnet im Prinzip eine Pseudowissenschaft, die bereits seit den 1980er Jahren um Anerkennung als seriöse Wissenschaft kämpft - da sie sich aber mit Lebewesen beschäftigt, für deren Existenz es keinerlei stichhaltige Beweise gibt, sind da die Chancen eher mau. Zudem wäre das auch paradox, denn würde man Yeti & Co. als möglicherweise tatsächlich existierende Lebewesen anerkennen, fielen sie in den Bereich der Zoologie, die ja durchaus eine seriöse Wissenschaft ist. Aber natürlich gibt es ab und zu auch Überschneidungen mit der Zoologie oder auch Paläozoologie - wie wir ja schon am Beispiel des Loch-Ness-Monsters und des Mokele-Mbembe gesehen haben. Gerne wird von Kryptozoologen auch der Quastenflosser, der lange als ausgestorben galt, bis man in den 1930er Jahren in Südafrika auf ein lebendes Exemplar stieß, als Beweis dafür herangezogen, dass es Nessie & Co. doch geben könnte - allerdings übersieht man da gerne mal die Logiklücken, etwa, dass es von einem solchen Tier mehrere Exemplare geben müsste und dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass ein See voller Plesiosaurier so lange nicht auffallen könnte. Aber gut - kommen wir also zu den Kryptiden, über die ich heute sprechen möchte.

Bestandteil vieler Mythologien ist den sogenannte Riesenkraken, die allerdings nicht verwechselt werden dürfen mit dem tatsächlich existierenden Enteroctopus, der im Indischen und Pazifischen Ozean sowie im südlichen Atlantik beheimatet ist. Der mythologische Riesenkrake ist dem Seemannsgarn zuzurechnen, also Geschichten vermeintlicher Erlebnisse auf Seefahrt, deren Glaubwürdigkeit eher zweifelhaft ist. Der Riesenkrake ist Bestandteil vieler Mythologien, besonders bekannt ist er allerdings im nordischen Raum. Es handelt sich hierbei um ein riesenhaftes Seeungeheuer, das in manchen Geschichten die Ausmaße ganzer Inseln hat und Schiffe in die Tiefe ziehen kann. Natürlich wissen wir, dass die unerforschten Tiefen des Meeres schon von jeher die menschliche Phantasie angeregt haben, was vor allem daran liegt, dass wir die Lebewesen der Tiefsee in lebendigem Zustand meist gar nicht zu Gesicht bekommen: Da sie den hohen Wasserdruck ihres natürlichen Lebensraums gewöhnt sind, gehen sie in seichteren Gewässern elend zugrunde. Dies erklärt natürlich, warum es gerade über die Fauna unter dem Meer so viele Geschichten und Legenden gibt - von denen die eine oder andere allerdings auch einen wahren Kern enthält. Geschichten über krankenähnliche Monster gibt es schon seit der Antike - in Homers Odyssee lesen wir beispielsweise über Skylla, ein Meeresungeheuer mit dem Oberkörper einer jungen Frau und einem aus sechs Hunden bestehenden Unterleib, und über Charybdis, deren Schlund einen riesigen Sog erzeugt, dem sich kein Objekt zu entziehen vermag. Plinius der Ältere wiederum erzählt von einem riesenhaften "Polypen" mit zehn Meter langen Armen, der die Fischteiche nahe der Küste im spanischen Carteia bedroht habe. Im 17. Jahrhundert schreibt der schwedische Bischof Olaus Magnus über einen etwa 16 Meter großen Kopffüßer, den er "den Kraken" nennt; er habe einen viereckigen Kopf mit langen Hörnern und sei von tiefroter Farbe. In seinem Roman 20.000 Meilen unter dem Meer schreibt Jules Vernes von einigen Begegnungen mit Riesenkalmaren, von denen manche heute ausgehen, dass diese mit den "Riesenkraken" gemeint sind - in der Geschichte kommt auch ein tatsächlicher Bericht über eine Begegnung mit einem etwa zwölf Meter langen Riesenkalmar vor. Allerdings ist anzumerken, dass bei Verne die Begriffe "Kalmar", "Krake" und "Polyp" synonym verwendet werden, obwohl es sich hier in Wirklichkeit um unterschiedliche Tiere handelt - und dass die Bezeichnung "Riesenkrake" auf einen Übersetzungsfehler zurückgeführt werden kann, das englische Wort kraken wird nämlich allgemein für große Kopffüßer verwendet. Häufig gehen Übersetzer englischsprachiger Internetseiten übrigens ähnlich nachlässig vor. Man muss allerdings auch sagen, dass man, obwohl Riesenkalmare seit gut 200 Jahren wissenschaftlich bekannt sind, niemals einen solchen in natürlicher Umgebung beobachtet hat - was bedeutet, dass wahrscheinlich nicht alle Legenden vom Riesenkraken mit dem Riesenkalmar zu tun haben.

Ein weiteres Wesen, das es zumindest beinahe gibt, ist Sucuriju Gigante, die sagenhafte Riesenanakoda. Nun wissen wir ja, dass die Große Anakonda, eine südamerikanische Schlangenart aus der Familie der Boas, etwa zehn Meter lang werden kann. Die sagenhafte Riesenanakonda soll jedoch etwa viermal so lang sein, und die Spekulationen ihrer Existenz wurden durch Funde von bis zu vierzehn Meter langen Schlangenfossilien aus dem Eozän natürlich noch einmal angeheizt. Gesehen worden sein soll sie hauptsächlich im Amazonasgebiet, wo auch die tatsächlich existierende Große Anakonda beheimatet ist - wenn man Legenden glauben will, hat sie den Fluss sogar selbst erschaffen. Im Jahr 1907 behauptete Major Percy Fawcett, im Rio Negro eine 17 Meter lange Schlange getötet zu haben; Pater Hainz berichtete von einer Schlange, die er in der Nähe der Stadt Óbidos gesehen haben wollte und die angeblich über 24 Meter lang gewesen sein soll, woraufhin er anfing, Geschichten über vermeintliche Sichtungen zu sammeln - die Größe der Schlange variierte hier zwischen 15 und 300 Meter. Wie man also sieht, sind der Phantasie hier keine Grenzen gesetzt - sowieso scheint die Kryptozoologie ein außerordentliches Faible für Riesenwuchs zu haben, jedenfalls fällt auf, dass viele Kryptide um ein Vielfaches größer sind als überhaupt möglich, denken wir nur etwa an den Riesenwurm, über den ich in meinem letzten Artikel schon geschrieben habe.

Ein anderer Fall ist da der sogenannte Marozi oder Fleckenlöwe, der in den Bergregionen Ostafrikas vermutet wird. Es soll sich hierbei um eine kleine Löwenart handeln, deren Fell gefleckt ist wie das eines Leoparden - anders als bei Löwen oder Leoparden üblich, sollen sie jedoch meistens paarweise auftreten. Erste Berichte von Europäern über die Sichtung dieser Tiere stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert; die einheimischen Kikuyu sollen schon länger mit ihnen vertraut gewesen sein. Angeblich wurden die sagenhaften Fleckenlöwen nur in schattigen Bergregionen gesehen, was ihre geringe Größe, das fleckige Fell und die fehlende Mähne erklären würde - diese deutet auf natürliche Anpassung hin. Gesicherte Erkenntnisse gibt es jedoch nicht, ebenso wenig wie Fotografien oder Filmmaterial, weshalb die meisten Experten davon ausgehen, dass es sich um keine neue Löwenart handelt, die sich an die Bergwelt angepasst hat. Manche gehen bei den Sichtungen von optischen Täuschungen aus; andere wiederum glauben, dass es sich um eine Mutation handeln könnte und die erwachsenen Löwen die Flecken, die normalerweise nur bei Jungtieren zu finden sind, einfach nicht verloren haben; wieder andere glaubten, es könnte sich um Leoponen gehandelt haben, Hybride aus Löwe und Leopard, die in Zoos durchaus vorkommen; eine abenteuerlichere Hypothese ist, dass der Fleckenlöwe ein Hybrid aus Löwe und Hyäne sein könnte, was jedoch aufgrund der sehr unterschiedlichen genetischen Zusammensetzung nicht möglich ist. Der einzige Beweis sind die Überreste zweier von einem Bauern geschossener Exemplare, die jedoch nur aus einem Fell und Teilen der Schädel bestehen - aber selbst das wird nicht als sicherer Beweis für die Existenz einer unentdeckten Löwenart gewertet. Ich fürchte, wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass es auch keine Fleckenlöwen gibt - selbst wenn mir die Existenz dieser Tiere von allen Kryptiden bisher am Plausibelsten scheint.

Ganz anders sieht es da mit dem Man-Eating Tree, dem Menschenfressenden Baum, aus - auch wenn man den wohl wahrscheinlich eher im Bereich der Kryptobotanik verzeichnet, aber ich erwähne ihn hier trotzdem. Nun wissen wir ja, dass es durchaus fleischfressende Pflanzen gibt - ein paar Prachtexemplare gibt es bei uns im Botanischen Garten, ewa die Venusfliegenfalle, die ich als Profilbild gewählt habe -, aber bekanntlich stehen bei denen eher Einzeller, Insekten oder höchstens Amphibien auf dem Speiseplan. Selbst die Nephentes Rajah auf Borneo, die größte bekannte fleischfressende Pflanze, ist nicht groß genug, um einen ganzen Menschen zu verzehren. Trotzdem hält sich hartnäckig der Glaube, es könnte zumindest in der Vergangenheit eine Pflanze gegeben haben, die dazu in der Lage war. So findet sich in Polynesien der Mythos, dass der Papiermaulbeerbaum ursprünglich eine menschenfressende Pflanze gewesen sei, die jedoch vom Gott Maui bezwungen und den Menschen zur Domestizierung geschenkt worden sei. Am bekanntesten ist jedoch der menschenfressende Baum auf Madagaskar, über den es aus dem 19. Jahrhundert zahlreiche Erzählungen gab: 1881 schrieb der Entdecker Carl Liche, er habe beobachtet, wie indigene Völker dieser Pflanze ein Menschenopfer dargebracht hätten. Diese Geschichte wurde wenig später aufgegriffen und verbreitet - angeblich sollen sowohl Missionare als auch Indigene sie bestätigt haben, aber Beweise gibt es dafür wieder einmal nicht. In Teilen Mittel- und Südamerikas, aber auch in Afrika und am Rande des Indischen Ozeans soll außerdem die Ya-te-veo-Pflanze existieren, die sich von großen Insekten ernähren, aber auch schon versucht haben soll, Menschen zu fangen. Sie habe einen kurzen, dicken Stamm und lange Ranken, mit deren Hilfe sie ihre Beute fängt - manche behaupten sogar, sie hätte ein Auge, mit dem sie ihre Beute lokalisieren kann. Und im Jahre 2007 kursierte eine Geschichte aus Indien, laut derer ein Baum versucht habe, eine Kuh zu verschlingen, die aber von dem Hirten und einigen Dorfbewohnern mit Stöcken befreit werden konnte. Es gab damals wohl mehrere solcher Geschichten, aber außer ein paar zerborstener Äste konnte nichts gefunden werden, was nur irgendwie für einen Beweis getaugt hätte.

Einer der bekanntesten Kryptiden in den USA ist der Mothman, der auch häufig in der Popkultur, etwa Romanen oder Videospielen, vertreten ist. Beschrieben wird er als etwa zwei Meter große menschenähnliche Gestalt, die trotz des Namens eher einer Eule als einer Motte ähnelt; sie hat Flügel von etwa 15 Metern Spannweite auf dem Rücke. Die Farbe divergiert von Braun über Grau bis hin zu Schwarz, die Augen sind leuchtend oder reflektierend. Die Begegnung mit dem Wesen soll monate- oder gar jahrelange psychische Probleme hervorrufen, die sich meist in extremen Angstattacken äußern.

Im November 1966 behaupteten fünf Männer, in einem Baum auf einem Friedhof in Virginia eine braune Kreatur mit großen Flügeln gesehen zu haben, die allerdings mehr einem Menschen als einem Vogel geähnelt haben soll. Anschließend gab es zahlreiche Leute, die den "Mottenmann" gesehen haben wollen - am häufigsten in einem alten Munitionslager, das als TNT AREA bekannt ist, in dem früher Munition und Dynamit hergestellt worden waren und in dessen Nähe sich ein bewaldetes Naturschutzgebiet befindet. 1979 wurde bekannt, dass Chemikalien aus dem Lager in die Gewässer gelangt waren, so dass dieses Areal in den 1980er Jahren als das am meisten verschmutzte Naturschutzgebiet des Landes galt. Bereits drei Tage nach der ersten Sichtung sollen zwei junge Pärchen dort um Mitternacht den Mothman gesehen haben: Eines der Mädchen habe riesige leuchtende Augen im Dunkel gesehen; ihr Schrei machte die anderen auf eine etwa zwei Meter große menschliche Gestalt mit riesigen, auf dem Rücken zusammengefalteten Flügeln aufmerksam. Die vier Jugendlichen, die im Auto unterwegs waren, seien schleunigst Richtung Stadt geflohen und von der Kreatur bis dorthin verfolgt worden, wo sich jedoch jede Spur von ihr verloren haben soll. Anscheinend waren sie ungefähr gleich dumm wie die Protagonisten in Slasher-Filmen, jedenfalls wollen sie noch einmal zurückgefahren sein, um sich zu vergewissern, dass sie sich nicht getäuscht hatten - tatsächlich sollen sie das Wesen dort wieder gesehen haben, aber sobald der Scheinwerfer es traf, soll es in die Bäume geflogen sein. Diesmal fuhren sie zum Sheriff und berichteten, was sie gesehen hatten - dieser rief daraufhin aus unerfindlichen Gründen nicht in der Psychiatrie an, sondern schickte die Polizei aus, um das Gebiet abzusuchen. Diese konnte aber natürlich nichts finden - dafür erreichte die Geschichte die Medien, und auf einmal wollten alle möglichen Leute den Mottenmann gesehen haben. Aber solche Geschichten gibt es nicht nur in den USA - auch anderswo sollen solche Kreaturen vor allem kurz vor dem Eintreten einer Katastrophe gesichtet worden sein. So sollen in einer Mine Bergleute von einer mottenähnlichen Kreatur aus dem Stollen gescheucht worden sein, ehe dieser zusammenstürzte, und vor der Kernschmelze in Tschernobyl soll auf dem Gelände des Atomkraftwerks ein solches Wesen herumgeflattert sein. Vor dem Einsturz der beiden Türme des World Trade Center wurden in New York zwei angebliche Fotos vom Mothman geschossen, woraufhin die Leute überzeugt waren, dass er die Leute vor Katastrophen warnen wollte. Wie ihr euch allerdings denken könnt, gibt es auch für die Existenz dieses ominösen Mottenmannes keinen Beweis - alle angeblichen Bildbeweise stellten sich im Nachhinein als falsch heraus. Manche vermuten, dass es sich bei angeblichen Sichtungen um einen großen Reiher oder einen Kranich gehandelt haben könnte, andere gingen aufgrund der leuchtenden Augen von einer Eule aus. Wieder andere behaupten, es könnte sich auch um einen Dämon oder Engel gehandelt haben. Seit 2002 findet außerdem am dritten Wochenende im September in West Virginia das Mothman Festival statt, auf dem sich die Hauptperson allerdings nie blicken hat lassen - wie unhöflich!

Eine weitere Mensch-Tier-Kombination soll am häufigsten in Louisiana, Texas und Maryland in Erscheinung getreten sein - ein Wesen mit dem Kopf einer Ziege und der Gestalt eines Menschen, weshalb es "Goatman" genannt wird. Dieser "Ziegenmann" soll ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse sein - so wird darüber berichtet, dass er Menschen vergewaltigt und Haustiere und junge Paare tötet. Manche behaupten, beim Goatman handle es sich um einen verrückt gewordenen Ziegenhirten, andere gehen von einem missglückten Experiment aus einer Forschungseinrichtung in Beltsville, Maryland, aus - Geschichten über solche Fabelwesen lassen sich aber schon seit der Antike zurückverfolgen. Berichte über den Goatman lassen sind bis in die späten 1950er Jahre bekannt - damals soll er in Prince George's County, Maryland sein Unwesen getrieben haben. Manche Leute glaubten, er lebe in einer Höhle nahe der Stadt Bowie, andere behaupteten, er hause an einer Brücke in Beltsville oder in der Nähe von Davidson. Aber nicht nur in Maryland, auch in Alabama, Texas und Kentucky soll der Goatman gesehen worden sein - sogar aus Kanada gab es Augenzeugenberichte. Ähnliche Wesen sind etwa der Waterford Sheepman, der 1970 in Pennsylvania eine Kleinstadt terrorisiert  haben soll; das Pope Lick Monster, das nicht nur einen Ziegenkopf, sondern auch Ziegenbeine haben soll; und das Proctor Valley Monster, das über sieben Meter groß sein soll. Als "Beweise" gelten vor allem verstümmelte Tiere und Gipsabdrücke angeblicher Fußspuren - ansonsten kann die Existenz von Mensch-Ziegen-Hybriden nicht bestätigt werden, und darüber sollten wir eigentlich auch froh sein, denn besonders sympathisch finde ich die Beschreibung eines mordenden, vergewaltigenden Ziegenmonsters ehrlich gesagt nicht.

Das nächste Wesen ist nichts für Arachnophobiker - es handelt sich nämlich um J'ba Fofi, eine Riesenspinne, die im kongolesischen Urwald hausen soll. Angeblich gräbt sie unter den Bäumen Tunnel, tarnt ihn mit Blättern und webt ein nahezu unsichtbares Netz zwischen ihrem Versteck und den umliegenden Gewächsen. Ihre Eier sollen hellgelb bis weiß sein und wie Erdnüsse geformt sein; sie kommt sie hellgelb violettem Bauch zur Welt, mit dem Alter wird sie dunkler werden bis ins Bräunliche. Früher soll die J'ba Fofi sehr verbreitet gewesen sein, in jüngster Zeit sei aber selten geworden. Es wird behauptet, dass sich in den 1890er Jahren eine Gruppe britischer Missionare in einem Netz verfangen habe, woraufhin sie von zwei Riesenspinnen angegriffen worden sei. Einer von ihnen sei von einer gebissen worden, habe sich aber retten können, indem er sie erschoss. In der Folge habe er Grippesymptome und eine Schwellung um die Bisswunde entwickelt; er habe deliriert, sei bewusstlos geworden und am Ende seiner Verletzung erlegen. Der Kryptozoologe George M. Eberhard schrieb über ein englisches Paar, das 1938 in den belgisch kolonisierten Kongo reiste, wo ihnen die J'ba Fofi über den Weg lief - die sie zunächst für eine Raubkatze oder einen Affen gehalten haben sollen. Ein anderer Kryptozoologe namens William J. Gibbons hörte, als er gerade auf der Suche nach dem von mir schon behandelten Mokele Mbembe war, von Indigenen Geschichten über braun gefärbte Riesenspinnen mit violetter Zeichnung am Bauch, deren Beinspannweite 1,5 Meter betrüge - sie jagten Waldantilopen, Vögel und anderes Kleinwild, ihr Gift sei jedoch auch für den Menschen gefährlich. 2013 tauchte ein YouTube-Video von einer Nachtsichtkamera bei einem Wasserloch auf, das eine J'ba Fofi zeigte - die Echtheit wird jedoch angezweifelt. Einen wissenschaftlichen Nachweis der Riesenspinne zu erbringen, ist bis jetzt noch nicht gelungen, und ich fürchte, dass das auch so bleiben wird.

Einer der bekanntesten Kryptiden ist mit Sicherheit das Ungeheuer von Loch Ness, über das ich ja bereits berichtet habe - in einem anderen schottischen See, und zwar Loch Morar, soll allerdings ebenfalls ein Monster leben. Auf Schottisch wird es Mhorag, auf Gälisch Mòrag genannt - ein Kofferwort, der sich aus dem Namen des Sees und dem in Schottland üblichen weiblichen Vornamen Morag zusammensetzt -, manche sagen aber auch Maggie. Ähnlich wie bei Nessie, so soll es sich auch bei Mhorag um ein Wesen handeln, das einem Plesiosaurier ähnelt. Erste Augenzeugenberichte stammen aus dem 19. Jahrhundert; 1958 erstellte ein Dr. George Cooper eine Zeichnung von dem Monster, nachdem er es angeblich gesehen hatte. Am bekanntesten ist die Geschichte zweier Fischer aus dem Jahr 1969, die in ihrem Boot mit Mhorag kollidiert sein sollen, woraufhin das Monster angriff und sie sich mit Messer und Schusswaffen zur Wehr setzten, bis es sich entfernte und im Wasser verschwand. Ab den 1970er Jahren werden immer wieder Expeditionen unternommen, um Mhorag zu suchen, aber bisher ohne Erfolg - 1996 stieß ein Taucher auf der Suche nach dem Monster auf das Skelett eines Hirsches auf dem Seegrund, welches er für Mhorags Beute hielt. Fotografische "Beweise" sind selten, gefunden habe ich nur eine Aufnahme eines privaten Blogs, auf der man jedoch nur mit sehr viel Phantasie etwas erkennen kann. Wenn ihr mich fragt, ist Mhorag genauso real wie Nessie, nämlich gar nicht - aber natürlich kann ich mich auch irren. *zwinker zwinker*

Aber nicht nur vermeintliche Fotos, auch archäologische Funde geben mitunter Rätsel auf - so etwa die Zwergenmumie von Wyoming. 1932 fanden zwei Goldgräber in den San Pedro Mountains eine knapp 40 Zentimeter kleine mumifizierte Leiche, sitzend, mit gekreuzten Armen und Beinen in einer Höhle, den Schädel eingeschlagen oder offen. Die bald als "Pedro" bekannte Mumie wurde von verschiedenen Wissenschaftlern untersucht, die bestätigten, dass es sich tatsächlich um einen Menschenkörper handelte, man fertigte auch Röntgenbilder an - die Kreatur verschwand jedoch, ehe die wesentlichen Fragen beantwortet waren, nachdem sie in den Besitz eines amerikanischen Unternehmers überging, dem sie in New York gestohlen worden sein soll.

Experten sind sich uneinig, ob es sich um einen zwergwüchsigen Erwachsenen oder ein deformiertes Kind handelt - manche glauben an eine ausgestorbene kleinwüchsige Ethnie amerikanischer Ureinwohner. Da "Pedro" jedoch unwiederbringlich verloren ist, kann man sich nur auf Berichte der damaligen Zeit stützen: Bekannt ist, dass die Mumifizierung der Gestalt aufgrund der Witterung natürlich erfolgte; sowohl die Haut als auch die Fingernägel sowie das Gebiss waren intakt, die Gesichtszüge jedoch ungewöhnlich, mit flacher Nase und Schädel, dicken Augenlidern und dünnen Lippen. Eine Theorie besagt, dass es sich bei "Pedro" um einen Säugling gehandelt habe, der mit einer Behinderung auf die Welt kam, aufgrund derer er nur wenige Stunden überlebte - dazu würde auch passen, dass Teile des Schädels fehlen, allerdings nicht das vollständige Gebiss. Leider werden wir es wohl nie erfahren, da der wichtigste Teil des Puzzles, die Mumie selbst, nie wieder aufgetaucht ist.

Wie ihr also seht, gibt es haufenweise Geschichten über Lebewesen, die angeblich existieren oder die uns zumindest Rätsel aufgeben. Ich denke, dass es Leute gibt, die daran glauben, hat mit unserer Sehnsucht nach Geheimnissen zu tun, die durch die immer neuen Erkenntnisse der Wissenschaft nach und nach verschwinden - obwohl in Wirklichkeit ja jede gewonnene Erkenntnis wieder tausend neue Fragen aufwirft, aber das scheint wohl manchen zu kompliziert zu sein. Ich hoffe, ich konnte euch für ein paar Minuten von den eher düsteren Nachrichten dieser Zeit ablenken, und dass ihr beim nächsten Mal wieder dabei seit. Bon voyage!

vousvoyez